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Ein Mosaik im Wald für Hirschkäfer & Co. – MaLiWa-Projekttreffen im Süden Thüringens

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Am Mittwoch, dem 07. Oktober 2026 überzeugten sich Projektpartner, Eigentümer und weitere Fachleute über die erfolgreichen Maßnahmen für ein neuartiges Waldmanagement im MaLiWa-Projekt.

Schafe und Ziegen als Landschaftspfleger im Lachenwäldchen

Im Projekt „Management für Lichtwaldarten durch angepasste Waldnutzung" (MaLiWa), gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, wird nach dem Vorbild historischer Waldnutzungspraktiken nun im Naturschutzgebiet Lachenwäldchen bei Heldburg und auf anderen Projektflächen in Thüringen im Umtrieb gewirtschaftet.

„Das Lachenwäldchen befindet sich im Eigentum unserer Stadt und spielt forstlich und naturschutzfachlich eine besondere Rolle. Es wurde über Jahrhunderte als sogenannter Nieder- und Mittelwald bewirtschaftet, erst im 19. Jahrhundert in Hochwald umgewandelt und mit Nadelholz aufgeforstet. So verschwanden leider viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Praktischer Naturschutz ist unserer Stadt aber sehr wichtig. Das Projektteam von MaLiWa und ThüringenForst als unser Partner haben uns überzeugt, unseren Wald an dieser Stelle wieder so zu nutzen, wie es unsere Vorfahren über Jahrhunderte getan haben. Die Begehung hat uns gezeigt, dass diese Entscheidung richtig war. Wir sind auf weitere Entwicklungen gespannt und begleiten das für uns als waldreiche Kommune neue Projekt interessiert weiter“, freut sich Christopher Other, Bürgermeister der Stadt Heldburg.

„Mit der Stadt und dem Forstamt Heldburg haben wir hier nicht nur verlässliche Partner, sondern auch ein naturschutzfachlich sehr wertvolles Projektgebiet gefunden. Viele gefährdete Waldarten wie zum Beispiel der Hirschkäfer sind auf strukturreiche, lichtdurchflutete Laubwaldstrukturen angewiesen und ihren Erhaltungszustand gilt es zu verbessern. Gemeinsam etablieren wir hier eine Waldnutzungsform, die dem historischen Mittelwald nahekommt. Einzelne große Bäume (z. B. Eichen, Hainbuchen) bleiben dauerhaft stehen, im jahresweisen Turnus werden Baumarten wie Hasel und Hainbuche auf Stock gesetzt. Früher nutzten die Bauern dieses Holz als Brennholz und trieben ihr Vieh für die Futtersuche in die offenen Waldbereiche. Durch den lichten Wald fanden Hirschkäfer, seltene Orchideen und Schmetterlinge dort ihr Auskommen“, erläutert Dr. Juliane Vogt, Projektleiterin des Lichtwaldartenprojekts und Leiterin der Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld der Wildtierland Hainich gGmbH. „Die ersten Teilflächen sind hier bereits durchforstet, die weiteren folgen in den nächsten Jahren. Auch die Beweidung mit Schafen und Ziegen ist bereits gestartet“, so Vogt weiter.

Das Naturschutzgebiet Lachenwäldchen ist eine von 20 Projektflächen in ganz Thüringen, die im Rahmen des Projektes „Management für Lichtwaldarten durch angepasste Waldnutzung“ (MaLiWa) von der Wildtierland Hainich gGmbH mit ihrer Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld auf diese Weise hergerichtet wird. Weitere Projektflächen gibt es beispielsweise auf den Fahnerschen Höhen (Groß- und Kleinfahner), auf dem Kalmberg bei Ehrenstein, in der thüringischen Rhön bei Dermbach, am Blassenberg bei Großkochberg und im Wald bei Kleinbreitenbach (Plaue).

Die Fachhochschule Erfurt untersucht als Verbundpartner die ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für dieses neuartige Waldnutzungssystem und entwickelt Eckpunkte und Vorschläge für ein mögliches Beihilfe-Förderprogramm für Waldbewirtschafter. Die Ergebnisse der Maßnahmen werden durch ein ökologisches Monitoring der Zielarten und weiterer Arten überprüft und dienen als Grundlage für die Konzeptionierung der naturschutzfachlichen Bewirtschaftung. So sollen auch für andere Regionen Deutschlands übertragbare Konzepte entwickelt werden.

Dem fundierten Austausch und der Festlegung der weiteren Schwerpunkte des Projekts diente auch die dritte Tagung der projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG-Sitzung) in Heldburg. Teilnehmende waren die Projektmitarbeitenden der Wildtierland Hainich gGmbH und der Fachhochschule Erfurt sowie Vertreterinnen und Vertreter von ThüringenForst AöR, des Ministeriums für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten, des Thüringer Landesamts für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, des Programmbüros für das Bundesprogramm Biologische Vielfalt im DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.) Projektträger, des Netzwerks der Natura 2000-Stationen, des Naturschutzgroßprojektes Kuppenrhön, der Firmen Geyer und Dolek sowie e-fect, des BUND Thüringen und Fachexperten für Mittelwälder und Waldweide aus Bayern und Niedersachsen