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Vierbeinige Landschaftspfleger auf dem Röhrigplateau im Einsatz

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Auf dem Röhrigplateau nahe Uder sind derzeit 140 Leineschafe als vierbeinige Landschaftspfleger im Einsatz. Die Landschaftspflegeherde der Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld beweidet seit August eine wertvolle Naturschutzfläche des Landkreises Eichsfeld.

Weidende Leineschafe umgeben von Wegwarte, Schafgarbe, Skabiosen und Flockenblume

Ziel ist es, die Entwicklung einer artenreichen Wiese zu unterstützen und die Fläche langfristig naturschutzfachlich zu erhalten. Dafür arbeiten die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Eichsfeld und die Natura 2000-Station Hand in Hand.

„Ich freue mich, dass die Landschaftspflegeherde der Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld die wertvolle Fläche auf dem Höhberg in diesem Jahr beweidet. Die Fläche befindet sich im Eigentum des Landkreises und wurde von unserem Umweltamt für den Naturschutz entwickelt. Schon in diesem Jahr war eine Beweidung wichtig, um eine artenreiche Wiese zu entwickeln. Perspektivisch kann die Beweidung auch über einen interessierten Landwirt der Region erfolgen“, erläutert Dr. Marion Frant, Landrätin des Landkreises Eichsfeld.

„Die Leineschafe bilden die größere der beiden Herden, die wir in diesem Jahr für die Landschaftspflege aufgebaut haben. Sie fühlen sich hier auf dem Röhrigplateau sehr wohl. Trotz des mageren Standortes ist durch starken Klee-Unterwuchs aktuell genug Futter vorhanden. Aber hier zeigt sich auch, dass Schafhaltung auf wertvollen mageren Naturschutzflächen eine große Herausforderung ist. Denn nach einer Naturschutzbeweidung brauchen die Tiere auch wieder gehaltvolles Futter auf weniger mageren Wiesen“, ergänzt Julia Datzko, Projektleiterin bei der Wildtierland Hainich gGmbH, der Trägerin der Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld.

Der Höhberg auf dem Röhrigplateau war ursprünglich ein Ackerstandort und wurde zu Grünland entwickelt. Für die Entwicklung einer artenreichen Wiese wurden unterschiedliche Methoden erprobt. Die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis Eichsfeld, vertreten durch den Sachgebietsleiter Marcel Mühlfeit, setzte in den letzten Jahren zwei verschiedene Ansaatmethoden um: Im größeren vorderen Bereich der elf Hektar großen Wiese wurde 2023 eine Ansaatmischung von regional zertifiziertem Saatgut von Pflanzen ausgesät, die magere Untergründe bevorzugen. Aktuell zeigt sich der Blühaspekt insbesondere von Wegwarte, Schafgarbe, Skabiosen und Flockenblume besonders schön. Zudem ist 2016 der hintere Teil der Fläche durch Samenaufsammlungen aus ortsnahen Spenderflächen entstanden. Dort dominiert derzeit vor allem Gras. Die Schafe wechseln zwischen dem vorderen und hinteren Teil der Fläche, um die Beweidung gezielt zu steuern. So soll das vorhandene Futterangebot optimal genutzt und zugleich die Ent-wicklung der Fläche unterstützt werden.

Die Landschaftspflegeherde wird seit Ende 2025 im Rahmen eines Pilotprojektes des Thüringer Förderprogrammes Entwicklung von Natur und Landschaft aufgebaut. Projektziel ist, durch einen Akteur des Naturschutzes – der explizit nicht selbst Landwirtschaft betreibt – eine solche Herde für die Pflege von wertvollen Offenlandflächen nutzen zu können. Dabei entsteht keine Konkurrenz mit Landwirten. Denn die Naturschutzherde beweidet Flächen, die naturschutzfachlich besonders wertvoll sind, sich meist auf mageren Standorten befinden und durch Nutzungsaufgabe gefährdet sind. Wichtige Voraussetzung ist, dass im Vorfeld keine Landwirte oder Privatpersonen für die Beweidung gefunden wurden. Mit der Landschaftspflegeherde der Natura 2000-Station kann beispielsweise auch temporär für ein Jahr überbrückt und dann die so vorbereitete Fläche an Landwirte weitervermittelt werden. Zu den Projektschwerpunkten zählen die Instandsetzung von Weideflächen, das Erstellen eines naturschutzfachlichen Beweidungs- und Nachpflegemanagements sowie eine umfassende Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.